10 berührende popSongs Über das Leben und die Liebe, über Hoffnung und Trost

Ja,

LIEDER VOM GEHEN ist ein Album über das Sterben, über den Weg dorthin und über das Danach. Es thematisiert die Trauer, die Angst, die Hilflosigkeit, wenn man gerade jemanden verloren hat oder sehr bald verlieren wird. Oder wenn man erfahren hat, dass man selbst in naher Zukunft gehen muss.

Ja, die Lieder beschäftigen sich mit dem, was wir verlieren. Mit dem, was fehlt. Aber viel mehr beschäftigen sie sich mit dem Schönen, das war. Mit dem Schönen, das bleibt. Und mit der Kraft, die aus dem gemeinsam Erlebten für die Zukunft des-/derjenigen erwächst, der/die weiterleben wird und WIEDER GLÜCKLICH WERDEN will.

Die Lieder sind NICK OOSTERHUIS, HELGA SCHORRLEPP UND GERTRUD GUNZER gewidmet, die jetzt bei den Sternen sind und ohne deren Leben und Liebe diese Musik niemals entstanden wäre.

Ein Lied, ein ganz besonderes, ist EINZIG UND ALLEIN FÜR MARION.

die songs

das weisse licht

Gibt es ein Leben nach dem Tod? 


Die einen glauben daran, die anderen nicht. Ich war lange unentschieden. Bis mir gleich mehrere Menschen von ihren Nahtod-Erlebnissen erzählt haben. Zuerst sei da ein kurzer Schrecken über die plötzliche Todesnähe gewesen. Doch in Sekundenschnelle wäre daraus ein weißes Licht und Leichtigkeit, Vorfreude und Glück geworden. Was völlig fehlte, war Angst oder Schwere. Mit Ü70 bin ich dem Ende näher als dem Anfang. Seit ich diese Schilderungen gehört habe, habe ich keine Angst mehr vor dem Tod. Wenn er kommt, wird er mir willkommen sein. Ob es hinter dem Horizont und dem „weißen Licht“ ein neues Leben gibt,  werde ich selbst herausfinden müssen. Aber ich habe eine Tendenz … 



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später

Der Lateiner sagt viel, wenn der Tag lang ist.

Zum Beispiel Carpe diem. Nutze den Tag. Lebe den Augenblick. Wenn es eine Weisheit gibt, die ich viel zu lange viel zu selten befolgt habe, dann diese. Ich habe immer erst mal gerackert, im Heute auf Genuss, Erlebnisse und Belohnungen verzichtet und stattdessen Rücklagen gebildet, nicht nur finanzieller Art. Für später. Bis ich begriff: Später, das ist jetzt, sofort, unverzüglich. Gerade jetzt, wo ich alt werde. Weil morgen vielleicht irgendein Organ schlapp macht. Oder ein Auto übersieht mich. Also umdenken: Nicht länger auf „später“ warten. Der obere Teil der Sanduhr ist vielleicht viel leerer, als ich denke. Seit ich das akzeptiere, lerne ich, das Leben zu genießen. Denn ich will nicht sterben, bevor ich gelebt habe. Sondern leben, bevor ich sterbe. Gerne später.

 

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da oben

„Sie/er ist jetzt an einem besseren Ort.“

Wie oft sprechen wir über einen geliebten Menschen, der schon vor längerer Zeit gestorben ist und an den wir uns voller Freude und Liebe erinnern. Wie oft richten wir dabei den Blick in Richtung Himmel und glauben fest daran, dass er bzw. sie von „Da oben“ auf uns aufpasst und dass dort alles gut ist. Das Lied thematisiert ein imaginäres Gespräch mit der lange verstorbenen Mutter, das von herzlicher Erinnerung geprägt ist und alle Trauer längst überwunden hat.

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begleiten

„Bis dass der Tod euch scheidet.“

Die Diagnose traf meinen Freund wie ein Keulenschlag: keine Chance auf Heilung. Er hat gekämpft, kleine Aufs und große Abs ertragen und sich monatelang, wie er mal sagte, „nur noch von Schmerzmitteln ernährt“. Seine Frau war die ganze Zeit an seiner Seite. Sie hat seine Schmerzen mit durchlitten, körperlich wie emotional. Sie hat sich genauso wie er hin- und hergerissen gefühlt zwischen dem Festhalten an jeder Sekunde Leben und dem Wunsch nach Erlösung. Sie war immer da, um für ihn zu kämpfen. Sie war immer bereit, ihn freizugeben und ein Stück weit mit ihm mitzusterben. Aufgegeben hätte sie ihn niemals.

Wie hält man das nur aus?


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aus den augen

„Das Leben geht weiter.“

Schon tausendmal gehört, hört sich einfach an, ist es aber nicht. Anfangs bist du fassungslos, schockiert, paralysiert. Wie soll es jetzt weitergehen? Geht doch gar nicht. Muss aber. Ein Patentrezept habe ich nicht. Mir hilft beim Trauern, mir die schönen gemeinsamen Momente ins Bewusstsein zurückzuholen. Manchmal kommen sie von selbst. Dann lasse ich sie zu und halte sie fest. So bleibt jeder Mensch in meinen Gedanken und in meinem Herzen und geht mir nie verloren. Aus meinen Augen mögen die Verstorbenen vielleicht verschwunden sein, aber nicht aus meinem Sinn. Diese Erinnerung wird mich niemals behindern, sondern immer beflügeln. 


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Sie vergeht

Sie war das blühende Leben.

Energiegeladen, neugierig, lebensfroh, unkaputtbar. Sie hatte einen sehr klaren Kopf und spielte mit flinken Fingern Akkordeon. Dann wurde sie alt. Das Herz machte nicht mehr richtig mit und „dank“ einer Arthrose bekam sie kaum noch eine Wasserflasche auf. Es tat weh, diesen körperlichen Verfall mit ansehen zu müssen. Für sie muss das alles noch viel schlimmer gewesen sein. Doch sie ertrug es, sie rebellierte dagegen, sie ließ sich den Schneid nicht abkaufen und ihr Humor war nicht kleinzukriegen. Egal, was ihr Körper ihr antat: Ihre Lust auf Leben, ihr Lachen, ihren Mutterwitz hat sie nie verloren. Das wird uns ewig in Erinnerung bleiben – jetzt, wo sie nicht mehr da ist. Und ihre Liebe, die ist sowieso unendlich und überdauert alles Vergängliche. 

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weisst du, wie das ist

Jeder zweite Mensch, der heute in einer Beziehung lebt, wird als Single sterben. 

 

Denn einer geht immer zuerst. Und der andere bleibt zurück, bis auch er gehen muss. Die Glücklichen von uns wissen nicht, wie es ist, plötzlich allein zu sein. Viele wissen aber genauso wenig, wie gesegnet sie sind, weil sie geliebt werden. Dieses Lied ist eine Anregung an alle, sich das mal wieder vor Augen zu führen und die gemeinsame Zeit so bewusst wie möglich miteinander nicht nur zu verbringen, sondern mit Sinn und gemeinsamem Glück zu füllen. Damit man etwas hat, woran man sich festhalten kann, wenn der geliebte Mensch nicht mehr da ist. Und umgekehrt.

 

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danke

„Sie haben nur noch wenige Wochen.“

Es muss furchtbar sein, diesen Satz zu hören. Was macht das mit einem Menschen? Der eine verfällt in Schockstarre. Andere versuchen fieberhaft, alles zu regeln, was jetzt zu regeln ist. Vielleicht noch etwas so Großes zu schaffen wie Versöhnung. Oder so etwas Banales wie Bankvollmachten auszustellen oder Abos zu kündigen. Sie wollen alles schaffen, solange sie noch selbst handeln können. Würde ich wahrscheinlich auch tun. Wäre vielleicht ein Segen. Wahrscheinlich nicht.

 

Ich habe eine Frau an meiner Seite, der ich sehr, sehr viel zu verdanken habe. Vielleicht mein ganzes Lebensglück. Ich hoffe, dass ich – wenn bei mir das Gehen ansteht – daran denke, ihr für all das zu danken, was sie für mich getan hat. Weil ich allerdings ein bisschen befürchte, dass mir das vor lauter Aktionismus vielleicht hinten runterfällt, habe ich ihr schon jetzt ein Lied geschrieben. Einzig und allein für dich, Marion. Danke für deine Liebe.


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tanzt an meinem grab

Trauerfeier. In dem Wort steckt zweierlei. Schon gemerkt?

 

Auf der einen Seite betrauert man den Tod eines Menschen. Auf der anderen Seite ist es der perfekte Anlass, das Leben dieses Menschen zu feiern und die Erinnerung an ihn für alle Zukunft zu gestalten. Wenn ich sterbe, und das werde ich ja, dann wünsche ich mir, dass meine Freunde nicht in Trauer versinken, sondern weiter lachen, lieben und leben. Macht was aus eurem Leben und legt am besten sofort los damit. Tanzen wäre ein guter Anfang. 

Von diesem Song gibt's zwei Versionen.

 

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zu den sternen

In den Alpen habe ich den schönsten Sternenhimmel meines Lebens gesehen.

Jeder Stern, hat man mir als Kind erklärt, steht für einen lieben Menschen, der mal auf der Welt war und jetzt im Himmel ist. Daraus habe ich eine kleine Geschichte zusammengebastelt: Ich bin ein kleiner Junge und der Opa hat mich zu einer Lichtung ganz hoch am Berg mitgenommen, „zu den Sternen“. Das fasziniert den kleinen Jungen so sehr, dass die Lichtung sein Sehnsuchtsort wird – sein ganzes Leben lang. Er teilt sie mit dem Mädchen, das er liebt und als sie zusammen alt geworden sind, nehmen sie ihren Enkelsohn mit. Und ganz sicher wird der den Ort eines Tages seinem Mädchen zeigen und später seinem Enkelkind … So beginnt Geschichte immer wieder neu. Am Ende wird jeder Mensch ein Stern sein, ein ewiger Teil des Universums, und sichtbar bleiben. Das wünsche ich mir für mich. Und für alle, die ich lieb habe.


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Der Täterkreis

MANFRED SCHORRLEPP: Komposition, Texte, Gesang, Arrangements, Aufnahme, Programmierung


JÖRN HEILBUT: Co-Komposition, Arrangements, Aufnahme, Gitarren, Bass, Keyboards, Programmierung, Mischung

MARC SCHETTLER: Mastering

JÖRG BRAUNER: Grafik-Design

SIMON GALESKI: Künstlerfotos

ADOBE: Stockfotos
 

PRODUZIERT VON JÖRN HEILBUT UND MANFRED SCHORRLEPP

© 2026 MANFRED SCHORRLEPP